Sonntag, 13. April 2014

SAC Skihochtour Louwihorn, Mittaghorn und Äbeni Flue

Anfang Woche waren die Wetterprognosen nicht sehr gut für das Weekend, aber es wurde nur noch besser und so starteten wir am Freitag zu Sechst ab dem Jungfraujoch in Richtung Louwitor. Nach einer kurzen Abfahrt fellten und seilten wir uns für den Aufstieg an. Wir waren eine starke Truppe und so erreichten wir das Louwitor und als Zugabe das Louwihorn in einer guten Zeit. Die Abfahrt über den Kranzbergfirn in genussvollem Sulz nahmen wir dann zum Dessert. Mit leichtem Wind von der Lötschenlücke her wehend, bereitete sich der Aufstieg zur Hollandiahütte als nicht zu warm, obschon die Sonne kräftig schien. Felicitas, Corina und ihr Team empfingen uns wie üblich herzlich in der Hütte.


Am Samstag zogen wir in Richtung Mittaghorn. Gestartet bei klarem Wetter, verschlechterte sich die Situation dann zunehmend. Ab dem Skidepot auf dem Anujoch, wo wir die Steigeisen anzogen, mussten wir bereits bei bedecktem Himmel dem Grat folgen. Auf ca. 3840m, wo der Grat abflachte, wurde die Sicht null. Ziemlich genau beim Punkt 3880m beschlossen wir, die restlichen paar Meter bis zum eigentlichen Gipfel nicht mehr zu gehen. Die Sicht war zu schlecht, um zu sehen, wo wir uns auf dem verwächteten Grat befanden. Der Abstieg und der Übergang über die Felspassage meisterten wir zügig. Nachdem wir die Skis wieder angeschnallt hatten, und die erste Kurve nach dem Anujoch in Richtung Süden fahren wollten, musste ich nochmals anseilen. Ich konnte keinen Meter weit sehen, wusste aber, dass wir die Kurve sauber kriegen mussten, da es um eine grössere Spalte rum ging. Kaum angeseilt und ein paar Meter gefahren, gelangten wir unter die Wolkenschicht, die Sicht klarte auf und einer problem- und gefahrlosen Abfahrt zurück zur Hollandiahütte stand nichts mehr im Wege.

Am Nachmittag traf ein Tourenskifahrer in der Hütte ein. Er meldete einen Spaltensturz auf dem Grosshornfirn auf ca. 3600m. Ein dritter Kollege war noch vor Ort und wartete auf Rettung. Da wegen dem schlechten Wetter kein Heli fliegen konnte und nicht klar war, wie lange eine terrestrische Rettung brauchte, setzten wir von der Hütte aus ein Team von insgesamt 11 Leuten zusammen, um mindestens den wartenden Türeler zu holen. Ob der 3. Türeler der in die Spalte gestürzt war, auch geborgen werden konnte, musste dann vor Ort in Erfahrung gebracht werden. So hiess es, nochmals alles Material zusammenpacken, Abfahren bis auf ca. 3000m, dann Aufstieg in einer sehr spaltenreichen Zone. Mit dabei waren 5 Bergführer, die voraus gingen. Ich folgte dann mit einer Viererseilschaft. Zudem hatte ich mein GPS dabei und war zuständig, dass wir den Weg zurück wieder finden würden. Teils konnten wir nicht viel sehen und es windete stark, begleitet von Schneegraupel. In der Nähe der vermuteten Unfallstelle riefen wir und plötzlich, zu aller unserer Freude, erhielten wir auch Antwort. Mitten in grossen Spalten wartete der Türeler. Eine erste Viererseilschaft führte ihn zurück in die Hollandiahütte. Derweilen seilte sich ein Bergführer in die Spalte ab. Er konnte nur noch ein Partieseil anbringen, damit die Rettung ihn dann einfacher bergen konnte. Bei dieser Aktion wurde mir einmal mehr bewusst, dass Anseilen - auch mal in der Abfahrt - nicht falsch ist.
  
Am Sonntag stand die Äbeni Flue auf dem Programm. Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung - nicht ganz, denn wir zogen mit Verspätung, nachdem sich ein Grossteil der Wolken verzogen hatte, doch noch los. Als es unter dem Hauptgipfel aufsteilte, wurde auch die Sicht schlechter und ich zog eine frühzeitige Abfahrt einer Navigationsübung bei Null Sicht vor. So fellten wir ab und fuhren via Hollandiahütte zur Fafleralp. Die fitten Teilnehmer/-innen zeigten auch bei der Abfahrt keine Schwächen und so meisterten wir die rund 10km Abfahrt bis zur Fafleralp im Nu. Dort angekommen sahen wir, dass ein Bus bis nach Blatten fuhr. Ein längerer Fussmarsch blieb uns somit erspart. Bei Bier und Salzigem durften wir die drei tollen Tourentage abschliessen. Merci für das schöne Erlebnis!
Bilder hier...

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